Rohölfutures haben am Freitag an Wert verloren, als ein allgemein stärkerer US-Dollar und ein reichliches weltweites Angebot die Preise nach unten gedrückt haben.

An der New York Mercantile Exchange gab der Preis von US-Rohöl zur Lieferung im Oktober um 0,33% oder 31 US-Cent nach und lag bei Handelsschluss am Freitag auf einem Stand von 93,65 USD das Fass.

Am Donnerstag war der Preis von in New York gehandelten Öl auf 92,50 USD das Fass eingebrochen, was sein tiefstes Niveau seit dem 15. Januar gewesen war. Über die Woche gesehen verloren Ölfutures an der Nymex 3,8% oder 3,70 USD. Dies war der vierte wöchentliche Rückgang in Folge.

Der Dollar hat am Freitag in der Folge von Bemerkungen der Vorsitzenden der Federal Reserve Janet Yellen einen Schub erhalten.

Auf dem alljährlichen Treffen von Spitzenbankern der Fed und Wirtschaftsforschern in Jackson Hole in Wyoming sagte Yellen, dass die US-Wirtschaft sich erhole und fügte hinzu, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt gleichfalls verbessere.

Ihre Bemerkungen folgten auf die Publikation am Mittwoch des Protokolls der Fed-Sitzung im Juli, dem zufolge einige Entscheidungsträger glauben, dass die wirtschaftliche Erholung und die anhaltende Konjunktur am Arbeitsmarkt eine Hinwendung zu einer restriktiveren Geldpolitik ermöglichen.

Der US-Dollarindex, welcher den Kurs des Dollars gegenüber einem Korb aus sechs anderen Leitwährungen verfolgt, war am Freitag zwischenzeitlich auf 82,51 angestiegen, was sein höchster Stand seit dem 6. September gewesen ist, bevor er die Woche bei 82,38 beendet hat.

Die in Dollar gehandelten Ölfutures fallen gewöhnlich bei einem steigenden Dollar, da dieser Öl für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer macht.

Am Freitag veröffentlichte Zahlen von der Commodities Futures Trading Commission zeigten, dass Hedgefonds- und Geldmarktmanager ihre Wetten auf steigende Preise der in New York gehandelten Ölfutures in der Woche zum 19. August zurückgefahren haben.

Longs saldierten sich letzte Woche auf netto 188.589 Kontrakte. Damit waren es 13,8% weniger als die 218.814 Kontrakte in der Woche davor.

An der ICE Futures Exchange in London verbilligte sich Öl der Sorte Brent zur Lieferung im Oktober um 0,33% oder 34 US-Cent und ging am Freitag bei einem Stand von 102,29 USD das Fass aus dem Handel.

Der Preis von in London gehandeltem Brent war am 19. August mit 101,07 USD auf seinen tiefsten Stand seit 14 Monaten gefallen, da trotz der anhaltenden Auseinandersetzungen in der Ukraine und dem Nahen Osten die weltweiten Vorräte als mehr als ausreichend angesehen werden.

Der Septemberkontrakt für Brent erlitt über die Woche einen Verlust von 1,19% oder 1,24 USD. Es ist der zweite Wochenverlust in Folge gewesen.

Die Spannungen wegen der Krise in der Ukraine sind im Mittelpunkt geblieben, nachdem NATO mitgeteilt hatte, dass sie eine alarmierende Konzentration russischer Truppen an der Grenze mit der Ukraine beobachtet hat.

Die Ukraine hatte am Freitag erklärt, dass Russland eine "direkte Invasion" ihres Gebiets begonnen hat, nachdem Moskau einen Konvoi mit Hilfslieferungen über die Grenze in die östliche Ukraine gesandt hatte, wo prorussische Rebellen sich mit Regierungstruppen Gefechte liefern.

Unterdessen lag bei Handelsschluss am Freitag der Spread zwischen einem Fass Brent und einem Fass US-Rohöl der Sorte WTI bei 8,64 USD. In der Vorwoche hatte er noch bei 6,18 USD gelegen.

In der kommenden Woche werden die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf wichtige Zahlen aus den USA richten, um weitere Hinweise auf die Stärke der Konjunktur und die künftige Geldpolitik zu erhalten.

Die USA werden das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal bekanntgeben, sowie Berichte zu den Verkäufen von Neubauwohnungen, den Auftragseingängen für haltbare Güter und den Erstanträgen auf Arbeitslosengeld veröffentlichen.

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