Die vergangene Woche war von der zweitägigen Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen geprägt. Zur Leitzinserhöhung bei der Versammlung der US-Notenbank im März gab Yellen jedoch keine direkte Antwort. Zudem teilte Yellen mit, dass die US-Notenbank kurzfristig einen negativen Zins in Erwägung ziehe. Dadurch wurden die Sorgen der Anleger über die konjunkturelle Entwicklung in den Vereinigten Staaten erhöht.

Die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die US-Notenbank in diesem Jahr die Pläne einer Leitzinserhöhung niederlegt. Alternativ könnte der Zins zum Jahresende zwei Mal angehoben werden, anstatt der ursprünglich geplanten 4 Mal.

Die wachsende Verunsicherung über die zunehmende Instabilität auf den weltweiten Finanzmärkten hat die Marktteilnehmer in sicherere Anlagen gezwungen. Dazu gehören Gold, Anleihen und Anlagen in die sogenannten sicheren Währungen.

Der Goldpreis überschritt 1.260,00 $. In den vergangenen 1,5 Monaten hat das Edelmetall alle Jahresverluste wieder eingeholt, nachdem der Kurs seit Jahresbeginn um über 10 % angestiegen ist. Die Kursgewinne wurden von Verkäufen auf den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten begleitet. Der europäische Aktienindex StoxxEurope 600 hat den tiefsten Wert seit 2014 erreicht. Auch an der Londoner Börse schloss der Index FTSE 100 so tief wie seit Juli 2012 nicht mehr.

Der Markt wird in dieser Woche von der EZB-Sitzung und der Eurozonen-Geldpolitik beeinflusst. Am Donnerstag um 14:30 Uhr (GMT+2) wird das Ergebnis der Sitzung bekanntgegeben. Weitere wichtige Nachrichten in dieser Woche sind die letzten Minuten des US-FOMC am Mittwoch um 21:00 Uhr. Diese Daten können Auswirkungen auf die Stimmung der Mitglieder des Komitees haben und die weiteren Pläne zur US-Goldpolitik in den USA beeinflussen.

EUR/USD:

Seit Monatsbegin stieg das Paar EUR/USD um über 500 Punkte. Dennoch eröffneten die Anleger am letzten Freitag Short-Positionen bei US-Währungspaaren mit Yen, Gold und Euro.

Die EZB befindet sich nun in einer Zwickmühle. Wenn die US-Notenbank von einer Leitzinserhöhung im März absieht, wird die Europäische Zentralbank zu aggressiven Maßnahmen zur Entspannung der Geldpolitik in der Eurozone gezwungen sein. Die wirtschaftliche Situation in der Eurozone verschlechtert sich. Im Januar teilte der EZB-Chef Mario Draghi mit, dass die Geldpolitik bei der Sitzung im März neu bewertet und überarbeitet werde. Wenn die EZB den Kurs der quantitativen Lockerung im März weiter verfolgt, wird das Währungspaar EUR/USD stark abstürzen.

Heute um 16:00 Uhr (GMT+2) ist eine Ansprache von Mario Draghi geplant. Falls er die erhöhten Risiken der europäischen Wirtschaft betont und eine Erweiterung des Programms der quantitativen Lockerung in der Eurozone andeutet, wird es zu einem Anstieg der europäischen Indizes kommen und Verkäufe beim Währungspaar EUR/USD auslösen. Das Währungspaar EUR/USD ist überverkauft. Die am Freitag begonnene Korrektur kann weiter fortfahren, wenn Mario Draghi die Erwartungen auf den Märkten erfüllt. Der Aufschwung bei europäischen und amerikanischen Indizes wird eine Erhöhung des USD auslösen.

GBP/USD:

Anfang des Monats hat die Bank of England den Leitzins im Vereinigten Königreich bei 0,5 % belassen.

Der Chef der Bank of England, Mark Carney, teilte mit, es gäbe im Vereinigten Königreich keinen Anlass für eine Leitzinserhöhung.

Im monatlich erscheinenden Inflationsbericht verringerte die Bank of England ihre Wachstumsvorhersage für die Wirtschaft im Vereinigten Königreich für 2016 und 2017 (auf bis zu 2,2 % bzw. 2,4 %). Zusätzlicher Druck auf das Währungspaar GBP/USD wurde durch ein drohendes negatives Ergebnis des für den Sommer geplanten Referendums über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU ausgeübt.

Kurzfristige Korrekturen beim Währungspaar GBP/USD sind möglich. Das Paar bleibt während der Woche und mittelfristig weiterhin unter Druck.

An Dienstag um 11:30 Uhr werden Preisindizes veröffentlicht, die Aufschluss über die Inflationsrate im Vereinigten Königreich geben. Dazu gehört der Preisindex für Ein- und Verkaufspreise von Produzenten im Januar. Im Dezember zeigten die Indizes einen Rückgang, was auf eine Linderung des Inflationsdrucks hindeutet. Der Verbraucherreisindex lag im Dezember nahe null.

Am Mittwoch um 11:30 Uhr werden die Dezemberdaten über Arbeitslosigkeit und Löhne bekanntgegeben, was zu diesem Zeitpunkt zu einer hohen Volatilität führen wird. Dies sollte bei Handelsentscheidungen berücksichtigt werden.

Das Währungspaar GBP/USD sinkt auf dem Tages-Chart im Abwärtskanal ab. Die untere Grenze liegt unterhalb von 1,4000. Eine Kursumkehr und ein Anstieg des Paares GBP/USD erscheint nach dem Durchbruch des starken Widerstands von 1,4600 (ЕМА50 auf dem Tages-Chart und den Apriltiefs) möglich. Der Abwärtstrend hält weiter an.

USD/JPY:

In den vergangenen beiden Wochen zeigte das Paar USD/JPY eine hohe Volatilität. Nach der unerwarteten Entscheidung der Bank of Japan bei ihrer Januarsitzung über die Einführung negativer Einlagenzinsen kam es beim Paar USD/JPY zu einem starken Kursanstieg. Seit Beginn des Monats Februar setzte sich der Kursrückgang des Währungspaares jedoch mit erneutem Elan fort.

Die heute veröffentlichten japanischen Zahlen zeigten einen Rückgang des BIP im 4. Quartal um 1,4 % auf Jahresbasis. Hierbei handelte es sich um die zweite Abschwächungswelle des BIP in den letzten drei Quartalen. Die Konsumenten verringern ihre Ausgaben, die Besorgnis der Anleger über den wirtschaftlichen Zustand steigt. Laut den heutigen Zahlen sank die Industrieproduktion im Dezember (‑1,9 % auf Jahresbasis entgegen der Vorhersage von -1,6 %). Diese Zahlen deuten auf eine Abschwächung der japanischen Wirtschaft hin. Die im Land eingeführten Anreizmaßnahmen stoßen auf zunehmende Kritik. Trotz der großangelegten quantitativen Lockerung liegt die Inflation bei nahezu null. Die Löhne sinken und die wirtschaftliche Erholung verläuft langsam.

Auf Grundlage der wirtschaftlichen Daten kann die Bank of Japan auf ihrer Sitzung am 14.-15. März weitere Maßnahmen vorstellen, falls das Paar USD/JPY unterhalb des Wertes von 115,00 bleibt. Eine Kurserhöhung des Paares USD/JPY und des Aktienmarktes hängen von den Maßnahmen ab, die von der Bank mitgeteilt werden.

Unterdessen wird die Unsicherheit der Anleger über die Stabilität der weltweiten Finanzmärkte einen Kursrückgang beim Währungspaar USD/JPY zu den Unterstützungsniveaus von 111,50 und 108,00 sowie den Linien des gleitenden Durchschnitts mit den Perioden 144 und 200 auf dem Tages-Chart auslösen.




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